Teil 1: Fire Fighting, Reset und Mitigation

Ausnahmezustand allerorten. Die Corona-Krise wirft existenzielle Fragen – und nicht selten: Fragen der Existenz – auf; stellt uns permanent vor neue Probleme, weil immer wieder Selbstverständlichkeiten kollabieren; konfrontiert uns mit unvorhergesehenen Hindernissen und schwerwiegenden Konsequenzen: Es ist die Zeit der roten Telefone. Angesichts der Ausmaße dieser realen Krise werden die in den letzten Jahren geführten Diskurse über VUCA, Disruption und Co. zur Sandkastenspielerei: Mehr Disruption als jetzt war nie. Viele Unternehmen und Führungskräfte können derzeit nur noch reagieren. Aus Macht- wird Hilflosigkeit, Verzweiflung oder gar Resignation scheinen durch. Niemand weiß, wie lange dieser Alptraum dauern wird. Kein Kraut dagegen gewachsen? Doch. (mehr …)

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„Das können Sie so oder so sehen.“ Tosendes Gelächter im Raum, einander zunickende Gesichter im Publikum, schon wendet man sich dem nächsten Fragensteller zu. Wir aber halten den Film kurz an und schauen genauer hin: Ein Redner hat soeben auf einen kritischen Hinweis zu seinem Vortrag reagiert und man muss bei allem Wohlwollen sagen, dass seine Replik weder überzeugend ist noch irgendeine inhaltliche Aussage enthält, mit viel gutem Willen könnte man sie als schlagfertig verbuchen. Doch der kritische Einwand bleibt offen, was aber niemanden mehr interessiert (bis auf die Person, die den kritischen Einwand geäußert hat). Wie kann es sein, dass der Redner damit derart erfolgreich durchkommt?

Antwort: Weil er auf der Konferenz der Keynote-Speaker ist. In der Szene gilt der Mann als Koryphäe. Seine Erfolge als ehemaliger Kommunikationschef eines DAX-30-Unter­nehmens sind Legende. Nun, da er als Berater aktiv geworden ist und seine Bücher zu Bestsellern werden, verleiht er durch seine – gut honorierten – Auftritte als Speaker jeder Veranstaltung den gewissen Glanz. Das weiß man und genau das ist es, was seine eher banalen Ausführungen für das anwesende Publikum zu einem inspirierenden Erlebnis erheben: Was er sagt, hat Relevanz, denn er ist es, der es sagt. Wie kann so etwas funktionieren? (mehr …)

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Rund 150 Menschen sind im Saal, als Jens Feuerbach, der eigentlich anders heißt, über einen riesengroßen Flop spricht, den er selbst verursacht hat. Jens ist der zweite Sprecher auf einer sogenannten „Fuckup Night“, in der es darum geht, über persönlich verursachtes Scheitern – im Englischen etwas drastisch als „fuckup“ bezeichnet – zu berichten und aufzuzeigen, was daraus zu lernen ist. Erfunden im Jahr 2012 in Mexico-City, finden Fuckup Nights mittlerweile weltweit in über 300 Städten aus rund 80 Ländern statt. Schon sind erste Unternehmen auf das Format aufmerksam geworden, denn mit der Fuckup Night lässt sich einem alten Thema neuer Schwung verleihen: der Weiterentwicklung der Fehlerkultur. (mehr …)

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Weshalb „Warum“ verengt und warum „Wozu“ den Weg weist

„Always start with why“: Vor genau 10 Jahren, im September 2009, hielt der Unternehmensberater Simon Sinek einen Vortrag auf einer TED-Conference unter diesem Titel. Sinek zeigte eindrucksvoll auf, was außergewöhnlich erfolgreiche Unternehmen oder Personen von anderen, höchstens durchschnittlich erfolgreichen Akteuren unterscheidet: Es gelingt ihnen, einen „Purpose“, also den weit in die Zukunft weisenden Zweck bzw. übergeordneten Sinn zu installieren, von dem sich alles andere ableitet. Spätestens mit diesem „TED Talk“ kam der bis auf den heutigen Tag andauernde Hype um den Ausdruck „Purpose“ in Schwung. Mittlerweile kommt kaum eine Diskussion über Führung, Leadership und Inspiration ohne dieses Zauberwort aus – und stets geht es um das „Why“ als Ausgangspunkt. Sie sehen nicht, was es daran zu meckern gibt? Ich aber. Denn ich bin davon überzeugt: Wer nach Purpose und Sinn fragt, sollte gerade NICHT mit „Why“ ansetzen, weil diese Frage gerade nicht in die Zukunft weist. (mehr …)

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Risikomanagement ist längst selbstverständlicher Teil der Unternehmenssteuerung geworden. Waren es bis Ende der 1990er Jahre eher die Finance-Bereiche, die sich mit in der Hauptsache finanziellen Risiken auseinandersetzten, so entwickelten sich spätestens mit den 2000er Jahren auch in anderen Bereichen methodische Anwendungen des Risikomanagements. Qualitäts-, Umwelt- oder Gesundheitsmanagement, um nur einige zu nennen, setzen sich seitdem mit Risiken und Chancen auseinander. Auch die internationalen Standards der „International Organization for Standardization (ISO)“ griffen das Thema auf – in spezifischen Standards wie der ISO 31000 zum Risikomanagement und in jüngerer Zeit durch eine deutliche Hervorhebung des Themas in den weltweit anerkannten Standards wie beispielsweise zum Qualitäts- oder Umweltmanagement. (mehr …)

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Den Regelverstoß erkennen und strukturelle Blindheit überwinden

Da war sie, die schon immer befürchtete Katastrophe. Ein großer Lebensmittelhersteller musste eine komplette Produktionscharge, die längst ausgeliefert und in nicht geringem Umfang bereits verkauft, wenn nicht sogar in den Bäuchen der Verbraucher gelandet war, aufgrund eines Verunreinigungsrisikos zurückrufen. Der Schaden war immens. Finanzielle und juristische Inanspruchnahme wurden unmittelbar wirksam, aber die mittelbaren Kosten überwogen bei weitem, Reputation und Markenimage waren dahin. Der Clou bei all dem: Das Unternehmen betrieb einen großen Aufwand bei der Qualitätskontrolle, hatte engmaschige Prüfroutinen installiert und verfügte obendrein über ein nach internationalen Standards zertifiziertes Qualitätsmanagement. Wie passt das zusammen? (mehr …)

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Warum es Rezept-Rezepte braucht

„Und wie macht man das am besten?“ Es ist beinahe egal, um was es geht, und erst recht spielt es keine Rolle, in welchem Unternehmen ein Anliegen verfolgt wird: Alle fragen nach Rezepten. Frei nach dem Plätzchenbacken in der Vorweihnachtszeit: „Für schöne Schokoplätzchen nehme man …“. Stimmt, so stellt man Cookies her. Dem Wunsch nach einem Rezept liegen ausgesprochen plausible Überlegungen zugrunde: Wissen und Erfahrungen nutzen, Umwege und Fehler vermeiden, schnell und sicher zum Ziel gelangen. Aber damit ein Rezept aufgeht, bedarf es einiger Voraussetzungen, anderenfalls kommt nichts Gescheites heraus. Diese Voraussetzungen lassen sich auch als „Rezepte für die Anwendung von Rezepten“ verstehen – verkürzt: als Rezept-Rezepte. (mehr …)

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Immer wieder stelle ich fest, dass Unternehmensleitungen die ihnen anvertraute Organisation nach einfachen mechanistischen Modellen zu steuern versuchen. Um die Rekrutierung von Nachwuchskräften kümmert sich die Personalabteilung; Compliance ist die Aufgabe der Rechtsabteilung; geht es um Kundenzufriedenheit, werden Qualität und Qualitätsmanagement wichtig; und um die Betriebsgenehmigung für die Produktion aufrecht zu erhalten, wird die Umweltabteilung wichtig, weil ein Behördenbesuch ansteht. Die Steuerung folgt also diesem Modell:

  • Thema A > wird von Abteilung A behandelt
  • Thema B > wird von Abteilung B behandelt
  • Thema C > usw.

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Flip-Charts und Kekse; Pausenzeiten und Ziele; vertrocknete Filzstifte und Sätze mit „wir müssen wirklich mal…“: It‘s Workshop-Time, denn wieder mal ist Change ausgerufen. Workshops sind ein ausgezeichnetes Format, um gerade in Veränderungsprojekten verschiedene Stakeholder-Perspektiven zusammenzubringen. In ausreichender Distanz zum Alltag können neue Lösungen gefunden und Betroffene in den Veränderungsprozess eingebunden werden. Doch in mancher Organisation hat sich, geplagt von immer wieder neuen Veränderungsansätzen mit immer wieder neuen, groß angelegten Change-Konzepten, bei Workshop-erfahrenen Teilnehmern eine ziemlich dicke Hornhaut gebildet. Die fungiert als Selbstschutz – und hat häufig eine traurige Vorgeschichte. (mehr …)

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Wie Führungskräfte Motivation zerstören

Es reicht mal wieder. Ab und zu und erst vor kurzem erneut werde ich Zeuge von Führungsverhalten, das gelinde gesagt unreflektiert ist, dafür aber zu erheblichen Verwerfungen führt. Ich möchte anhand realer, selbstverständlich anonymisierter und leicht veränderter Beispiele aufzeigen, inwiefern schlechte Führung als „Führungs-Foul“ zu werten ist. Es gibt eine imposante Fülle von Führungs-Fouls, weshalb ich die hier getroffene Auswahl an der Häufigkeit des Auftretens orientiere. (mehr …)

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Dr. Guido Wolf,
Kommunikationsforscher

Unternehmensberater – Trainer – Moderator – Coach

Institutsleitung conex.

Institut für Consulting, Training, Management Support

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Dr. Guido Wolf

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