“Never normal”: Die Corona Challenge_83

von | 31/05/2021 | 0 Kommentare

Wie Sie Ihr Unternehmen robust und sicher für die Zukunft rüsten

Vorsichtig stellt sich Optimismus ein, passend zur Frühjahrszeit 2021. Die Corona-Pandemie hat zwar immer noch große Teile der Wirtschaft im Griff. Doch es sieht so aus, als griffen die verschiedenen Strategien endlich ineinander: Die Impfkampagne läuft nun auch in Deutschland auf Hochtouren, Lockdown und Ausgangssperren entfalten Wirkung. Die einsetzende wärmere Jahreszeit dürfte zusätzliche Entlastung bringen.

Long Covid: Worauf sich die Unternehmen einstellen sollten

Doch ist der erlittene Schaden in vielen Branchen und Unternehmen groß. Und auch wenn die Biergärten öffnen, Konzert- und Theaterbesuche möglich werden und wir uns vielleicht sogar wieder per Handschlag begrüßen: Die pandemiebedingten wirtschaftlichen Folgen werden uns weiterhin begleiten. Das variiert stark mit den Branchen und Geschäftsmodellen und gar nicht wenige Unternehmen sehen sich vollkommen zu Recht auf der Gewinnerseite. Doch aus dem Schneider sind wir alle nicht, denn es sind Corona-bedingt wirtschaftliche Spät­folgen zu befürchten.

Was tun?

Händeringend auf bessere Zeiten zu hoffen ist ebenso wenig eine Option wie sich in aktionistischem Modus von Problem zu Problem flippern zu lassen. Geboten ist eine klare Standortbestimmung, die sich an bewährten Stützpfeilern strategischer, organisatorischer und kommunikativer Fragestellungen orientiert. So ist schnell zu ermitteln, welche Hebel zu bedienen sind, um sich robust und resilient für die Zukunft aufzustellen. Elementare Voraussetzung ist die Bereitschaft, den Krisenmodus zu überwinden und zu souveränem Handeln (zurück) zu gelangen.

Beispiel Insolvenzen: Die betriebs- wie auch volkswirtschaftlichen Folgen, die sich aufgrund des gelockerten Insolvenzrechts erst mit zeitlicher Verzögerung einstellen werden, dürften in naher Zukunft neue Herausforderungen für die Unternehmen schaffen. Das wird auch jene betreffen, die bisher gut durch die Krise gekommen sind: Insolvenzbedingt werden auch sie Lieferanten oder sogar Kunden verlieren.

Land unter? Kopf hoch!

Ein Blick zurück in den März 2020: Es ist bemerkenswert, wie schnell und erfolgreich nahezu alle Unternehmen auf die Corona-Krise reagiert haben. Innerhalb sehr kurzer Zeit wurden die Infrastruktur, die Kommunikationswege und vor allem die Geschäftspro­zes­se auf Home-Office und Hygieneanforderungen am Arbeitsplatz vor Ort angepasst. Doch seit längerem beobachten wir, dass die Unternehmen und insbesondere Mittelständler diesem reaktiven Modus verstetigen. Und das ist ein Risiko, auch wenn es auf den ersten Blick nicht anders zu gehen scheint.

In unseren Gesprächen hören wir hauptsächlich diese Herausforderungen:

  • Es sind ständig neue Vorgaben der Politik innerhalb der eigenen Organisation umzusetzen
    > Beispiel Home-Office- bzw. Test-Pflicht für die Belegschaft
  • Der Zugang der Kunden zu den eigenen Produkten und Dienstleistungen muss immer wieder neu gestaltet werden – wenn er überhaupt möglich ist
    > Beispiel beglaubigte Bestätigung eines negativen Corona-Status
  • Produktionskapazitäten müssen auf unerwartet hohe Volumenanfragen angepasst werden – werden sich die nötigen Investitionen auch langfristig rechnen?
    > Beispiel Hersteller von Luftreinigungsgeräten (von Toilettenpapier nicht zu reden)
  • Lieferengpässe oder sogar den Zusammenbruch von Lieferketten bewältigen
    > Beispiel Halbleiter
  • Fördermöglichkeiten und Unterstützungsprogramme erkennen und nutzen
    > Beispiel Corona-Hilfen und -Programme.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Das sind reale Probleme, die gelöst werden müssen. Doch nicht wenige Unternehmensleitungen verlieren dabei den Überblick, geradezu wörtlich: Sie befassen sich mit Detailfragen und richten wenig (zu wenig) Aufmerksamkeit auf Zusammenhänge. Die Folge: Orientierung geht verloren, zukunftsorientierte Entscheidungen bleiben aus, Potentiale bleiben ungenutzt. Das ist ein ziemlich sicherer Weg in die nächste Krise – und die ist selbstgemacht.

Wer sein Unternehmen bzw. seinen Verantwortungsbereich robust und sicher in die Zukunft führen will, sollte in einen aktiven Modus zurückfinden – wobei die konkreten und dringenden Fragen selbstverständlich weiterhin zu beantworten sind. Es ist jedoch komplett unglaubwürdig, wenn behauptet wird, dass ca. seit März 2020 ausschließlich Fire Fighting möglich sei. Vielmehr gilt es, aus hektischem Aktionismus herauszufinden und in einem ganzheitlichen Ansatz die eigenen Stärken, Schwächen und Potentiale zu ermitteln. Frei nach Odo Marquard: ‚Zukunft braucht Auskunft‘ (im Original: „Zukunft braucht Herkunft“).

Gutes im Schlechten: Corona lässt sich nutzen

Zukunftsorientierte Unternehmen nutzen die Corona-Krise, die alles geändert hat, als Anlass für eine grundlegende Analyse des Status‘ ihrer Organisation. Keineswegs geht es allein darum, Vorkehrungen für einen etwaigen neuerlichen Lockdown zu treffen: Es geht vor allem darum, das Geschäftsmodell und den tatsächlich realisierten (und nicht bloß behaupteten) Mana­ge­mentansatz zu analysieren. Was übrigens auch ohne Corona sinnvoll wäre.

Ein auf nachhaltige Zukunftssicherung zielender Ansatz vollzieht sich in 2 Schritten:

  1. Eine umfassende, ehrliche 360°-Diagnose des aktuellen Status rund um Kernthemen der Strategie, Organisation und Kommunikation, um Stärken und Verbesserungspotentiale zu ermitteln
  2. Ein systematisches und ganzheitliches Vorgehen, in dem Einzelmaßnahmen aufeinander abstimmt sind und konsequent umgesetzt werden.

Wir fassen diesen Ansatz unter dem Terminus „Resilience Management“ zusammen. Letztlich geht es um eine robuste, sicher aufgestellte Organisation (vgl. auch die letzten Blog-Posts zum Thema; in #82 bereits eine kurze Begriffsdefinition von “Resilience Management”).

„Resilience Management“: mehr als individuelle Resilienz

Systematischer Ansatz zur Etablierung und kontinuierlichen Verbesserung der Robustheit eines Unternehmens gegenüber externen wie internen Störungen. Resilience Management berücksichtigt strategische, organisatorische und kommunikative Aspekte, um für das Unternehmen nachhaltig effiziente und effektive Lösungen zu verwirklichen. Es geht also um das Unternehmen und nicht ‚nur‘ um Individuen. Traditionell steht „Resilienz“ für psychische Robustheit, um sich rasch von Rückschlägen oder Problemen zu ‚erholen‘ und zu lernen. „Resilience Management“ geht darüber hinaus.

 

Ein so verstandenes Resilience Management erlaubt es, vom Reagieren ins Agieren und damit in einen aktiven Modus (zurück-) zu finden. Denn: Die isolierte Beschäftigung mit Einzelaspekten wird überwunden zugunsten einer ganzheitlichen Orientierung.

Der „ROBU-Check“ gibt Auskunft: Wie robust sind Sie aufgestellt?

Unseren Ansatz zum Resilience Management strukturieren wir anhand von 9 Themenkomplexen. Für eine schnelle Standortbestimmung im Sinne des 360°-Diagnose haben wir den „ROBU-Check“ ausgearbeitet. Dieser enthält zu jedem der 9 Themenkomplexe konkrete Fragen mit Antwortmöglichkeiten, die sich mittels abgestufter Zustimmungsgrade beantworten lassen.

Als Quellen nutzen wir internationale Standards (z.B. ISO-Standards), Erkenntnisse aus Studien (eigene/ mit Kooperationspartnern realisiert; Fremdstudien) sowie Erkenntnisse aus zahlreichen Gesprächen mit unseren Kunden aus verschiedenen Branchen.

Den „ROBU Check“ stellen wir kostenlos zur Verfügung. Ich würde mich freuen, wenn auch Sie Nutzen daraus ziehen können. Wir haben übrigens vor kurzem unser conex-Whitepaper veröffentlicht, in dem der ROBU-Check genauer erläutert wird. Zum Whitepaper geht es hier lang.

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Dr. Guido Wolf,
Kommunikationsforscher

Unternehmensberater – Trainer – Moderator – Coach

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