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Alles auf einmal so VUCA hier_#63

Neue Lage oder neues Label?

„VUCA“: Dieses Akronym begegnet vermutlich nicht nur mir andauernd. Es klingt fast ein bisschen wie Voodoo und zuweilen scheint es, als sei diese schwarzmagische Note absichtsvoll angespielt. Denn in der Regel wird mit dem Akronym, das für „volatility“, „uncertainty“, „complexity“ und „ambiguity“ (bzw. als „VUKA“ für die entsprechenden deutschsprachigen Ausdrücke) steht, eine genuin neue, unheimliche Bedrohung adressiert. Etwas ist im Anmarsch, auf das aufmerksam zu machen ist, weil es anderenfalls unbeachtet bliebe und Schaden anrichtete. Handeln ist geboten und jene, die das Wort haben (und sich mit dem Label „VUCA“ schmücken), wissen, was zu tun ist. Bedeutungsschwer zustimmendes Nicken erfährt, wer die VUCA-Diagnose als erster ins Spiel bringt.

Chancen, Dornen und Probleme_#62

Eigentlich hatte ich den für Mitte September vorgesehenen Blogpost bereits fertig. Er sollte sich mit dem Phänomen „VUCA“ befassen, wird nun aber erst im nächsten Monat erscheinen. Denn ich habe mich spontan anders entschieden und poste nun diesen Text, weil genau gestern mir über die Medien der Ausspruch eines auch heute immer noch jungen Politikers begegnete, den dieser als Schüler vor genau 20 Jahren im zarten Alter von 18 äußerte.

Measurement & Management: Der Zahlen-Bias_#61

Ein Satz wie ein Fels: “You cannot manage, what you do not measure!” Diese Erkenntnis dürfte mittlerweile den Status eines Naturgesetzes erlangt haben: selbstverständlich, uneingeschränkt gültig, nicht in Frage zu stellen. „Nur mit validen Daten kann ich wissen, wo mein Bereich steht, und nur wenn ich das genau weiß, kann ich meine Prozesse zielgerecht steuern.“ So oder ähnlich geht die Argumentation, vorgetragen in strengem Ton und begleitet von Kopfschütteln ob der Unbotmäßigkeit, wenn doch mal nachgefragt wird. In Beton gegossene Glaubenssätze stellen für mich seit jeher einen Reiz dar, sich die Sache doch mal wieder genauer anzusehen – in diesem Fall gerade auch als der zahlengetriebene Qualitäter, der ich bin (und bleiben werde).

Ohne Drumherum wird’s schwer_#60

Warum kommunikative Verständigung auf geteiltem Kontext basiert

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Auto auf dem Beifahrersitz. Auf dem Fahrersitz befindet sich Ihre junge Tochter, die demnächst ihre erste Fahrstunde für den Führerschein haben wird. Es geht darum, auf einem Privatgelände allererste Kenntnisse über die Bedienung des Autos zu vermitteln: Bremse und Gas, Schalten, Lenken, Blinker, Scheibenwischer usw. Sie erklären, weisen auf die Bedienelemente und weil ein bisschen Platz ist, soll die Fahrnovizin neben Ihnen sogar ein paar Meter fahren (natürlich nur auf dem Privatgelände). Nach 3x Abwürgen klappt es sogar und weil es regnet, gelingt es obendrein, den Scheibenwischer in Gang zu setzen. “Das macht aber Spaß”, freut sich die Tochter, und bedankt sich für die guten Erläuterungen. Recht hat die junge Dame, denn Sie haben sich in Ihren Schilderungen darauf eingestellt, dass es für den Anfang nicht zu kompliziert oder detailliert wird: Einer präzisen Schilderung der technischen Funktionsweise eines Verbrennungsmotors bedarf es in dieser Situation nicht.

Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie würden die Bedienung des Fahrzeugs derselben Person mit denselben Worten erklären, aber ohne dass Sie beide im Auto sitzen oder auch nur Fotos des Fahrzeuginnenraums mit den Bedienelementen vor sich hätten.

Bloß kein Kontrollverlust_#59

Die angstbefreiende Aufgabe der Allwirksamkeitsannahme

Wer etwas sagen möchte, das auf die Zustimmung aller trifft, könnte beispielsweise diesen Satz äußern: „Führungskräfte müssen in ihrer Kommunikation offen und authentisch sein.“ Insbesondere Führungskräfte auf höchster Ebene nicken zustimmend: ja sicher, ist doch klar. Es ist daher bemerkenswert zu erleben, mit welchem Aufwand Kommunikationssituationen präpariert werden, selbst wenn diese vor einem vergleichsweise kleinen Publikum stattfinden.

Durch die Sinne zum Sinn_#58

Ein Werbeblock (bzw. -blog) anlässlich der Veröffentlichung eines neuen Methoden-Buches

Am Anfang steht die Sinn-Frage: „Wohin wollen wir?“ „Was tragen wir zum Wohlbefinden unserer Kunden bei?“ „Welche Grundüberzeugungen und welche Werte teilen wir?“ „Worin liegen unsere Stärken als Team?“ „Wie können wir gute Nachwuchskräfte davon überzeugen, bei uns zu arbeiten?“ Fragen wie diese stellen sich alle Organisationen. Obwohl sehr unterschiedlich motiviert und sicherlich spezifisch ausgerichtet wird nicht nur einmal im Leben einer Organisation nach dem Sinn gefragt.

Timing ist alles_#57

„Agenda-Positioning“ als Erfolgsfaktor

Wenn ich das richtig sehe und mir nichts durchgegangen ist, dann könnte mir ein neues Label eingefallen sein: „Agenda-Positioning“. Damit beschreibe ich solche Aktivitäten, die es einzusetzen gilt, um auf einer Meeting-Agenda an günstiger Position zu stehen. Dass ich mit dem Anglizismus fraglos das Klischee bediene, dass Berater permanent versuchen, noch so kleine Ideen mit bedeutsamkeitsheischenden, bevorzugt englischsprachigen Etiketten zu belegen, nehme ich in Kauf. Eine treffende (deutschsprachige) Bezeichnung für den proaktiven (proaktiv: noch so eine Beratervokabel) Umgang damit konnte ich nicht finden. Beginnen möchte ich mit einem Schwank aus dem Leben, der manchem bekannt vorkommen dürfte.