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Sinn machen_#54

Eine aktuelle Fundamentalkategorie aus wissenssoziologischer Sicht

Ab und zu – vielleicht sogar zu selten – werden in den Unternehmen die großen Fragen gestellt. „Wo werden wir in 5 Jahren stehen?“ „Warum sollten junge High Potentials bei uns arbeiten wollen?“ „Was unterscheidet uns wirklich von den Wettbewerbern? „Welche Grundüberzeugungen und welche Werte teilen wir?“ „Wie und mit welchen neuen Lösungen können wir neue Kunden gewinnen?“

Möge die Macht mit Dir sein_#53

Teil 2: Mit Hierarchie und Hierarchen umgehen

Pünktlich um 10 Uhr morgens, so war es vereinbart, sollte die große Sales-Konferenz mit mehr als 100 Teilnehmern beginnen. Im Rahmen eines Vorbereitungsgesprächs lange vor dem Event hatte der ausrichtende Gebietsleiter ausdrücklich den pünktlichen Beginn eingefordert. Endlich war der große Tag gekommen, alle waren pünktlich erschienen. Alle? Fast alle: Als Moderator dieser Konferenz schaute zum wiederholten Mal auf die Uhr. Mittlerweile war es10.07 Uhr – aber vom Gebietsleiter und seiner nächsten Berichtsebene war weit und breit nichts zu sehen. Ausgesprochen blöd, denn es war vollkommen klar, dass er als Gastgeber für die Begrüßung zuständig war. Also machte ich eine kleine launige Bemerkung ins Plenum, kündigte den dann aber wirklich pünktlichen Beginn für 10.15 an und startete meine Suche (ans Telefon bekam ich den Mann schon mal nicht). Vollkommen überrascht fand ich schließlich die Herren (Damen waren nicht dabei): In sichtlich aufgeräumter Stimmung saß man im Frühstücksraum und hatte soeben nochmals Kaffee nachgeordert. „Jaja, wir kommen jetzt“, wurde ich vom Gebietsleiter leicht unwirsch beschieden, als ich etwas wild auf die Uhr deutete. Der Mann wandte sich erneut seiner Gesprächsrunde zu. Anstalten, sich zu erheben und sein versammeltes „Fußvolk“, wie er sich ausgedrückt hatte, zu begrüßen, machte er nicht. Also lief ich zurück und begann mit der Veranstaltung, denn mittlerweile war es 10.15 Uhr. Als man schließlich eintraf, wechselte die Gesichtsfarbe des Gebietsleiters von normal über weiß auf rot: Ich hatte es gewagt, nicht auf ihn zu warten.

Keine Macht für niemand_#52

Teil 1: Annahmen und Mythen rund um Macht und Hierarchie

Neulich mit mir im Raum: rund 60 Expertinnen und Experten für interne Kommunikation. Wir gehören zu Unternehmen, Agenturen, Beratungsgesellschaften und anderen Organisationen. Ein eloquenter junger Mann referiert soeben über die Auswirkungen der digitalen Transformation auf Unternehmen und deren Führung. Seine Darlegungen gipfeln in der These: „Die größte Errungenschaft des digitalen Wandels besteht in der endgültigen Abschaffung von Hierarchie!“ Ein Murmeln unter den Zuhörern setzt ein, das mir überwiegend zustimmend vorkommt, bejahendes Nicken ist zu beobachten. Überrascht schaue ich mir den jungen Mann an: Sollte ich so viele Jahre nach wilden Studienzeiten mal wieder einem Anarchisten begegnet sein? Mitten im Business? Und was heißt hier nur einem: Angesichts der zustimmenden Resonanz scheinen nicht wenige um mich herum ebenfalls dazu zu gehören. Dank digitaler Transformation ist die Revolution also schließlich doch noch angekommen: keine Hierarchie mehr – keine Macht für niemand?

„Out-thinking Organizational Communications: The Impact of Digital Transformation“_#51

Heute mal ein leicht reklamelastiger Blog-Post: Soeben ist ein Sammelband erschienen, der sich mit den Auswirkungen der Digitalen Transformation auf die Unternehmenskommunikation befasst. Mir wurde die Ehre zuteil, als einer von 11 Autoren zu dem von Joachim Klewes, Dirk Popp und Manuela Rost-Hein herausgegebenen Buch beitragen zu dürfen.

Hört, hört: Die Jubiläumsausgabe_#50

Dies ist der 50. Beitrag, den ich im axon-blog veröffentliche. Ein solches Jubiläum schreit geradezu danach, auf besondere Art begangen zu werden. Schnell war die Lösung gefunden: Treue Leserinnen und Leser wissen, dass ich seit geraumer Zeit den Newsletter, der auf das Erscheinen eines neuen Blog-Posts hinweist, mit einem kleinen Zitat versehe, das mehr oder weniger zum Inhalt passt. Weil ich aufgrund mancher Reaktion gelegentlich den Eindruck hatte, dass das Zitat mehr Aufmerksamkeit als mein Text generierte, besteht diese Jubiläumsausgabe aus einer würdigenden Zusammenstellung aller Zitate, die entweder im Newsletter oder aber im Text der Blog-Posts standen. Es sind übrigens weniger als 50, weil ich dieses Stilmittel nicht von Beginn an eingesetzt habe (ich werde aber vorläufig dabei bleiben). Und wo wir schon bei Zahlen sind, finden sich unten einige Gegenüberstellungen, die auf bedenkliche Tendenzen bezüglich der Zitateauswahl hinweisen. Oder hätten Sie gedacht, dass es eine Liste geben kann, in der Lothar Matthäus gleichauf mit Albert Einstein liegt?

Ein Kaffee for free: Erst der Hörer macht die Kommunikation_#49

Manchmal fühle ich mich an Unkraut erinnert: Um die Funktionsweise zwischenmenschlicher Kommunikation zu beschreiben, wird allerorten und nach wie vor auf das Sender-Empfänger-Modell zurückgegriffen. Wie Unkraut scheint es unausrottbar zu sein. Aus den zahlreichen Argumenten, die gegen dieses für die nachrichtentechnische Signalübermittlung entwickelte Modell (Urheber ist Claude Shannon; seine Publikation stammt aus dem Jahr 1949) sprechen, sei die unzutreffende Sicht auf die Rolle des „Empfängers“, der gemeinhin mit dem „Hörer“ gleich gesetzt wird, herausgegriffen.