Management der organisationsinternen Kommunikation. Teil 1: Der Stoff, aus dem die Unternehmen sind_#45

Der Tenor in Mitarbeiterbefragungen beliebiger Unternehmen: „Unser Problem ist die Kommunikation“; „Hier wird zu wenig kommuniziert“; „Man kriegt keine Info“. Allerorten findet sich die interne Kommunikation als ein Top 3 Problem. Die Kritik zielt jedoch fast immer auf die Kommunikation, die permanent ausgeführt wird, nämlich die Prozesskommunikation. Diese ist ein enormer Hebel zur Erzeugung von Effektivitäts- und Effizienzgewinnen. Wer-den aus den (leider sehr häufig berechtigten) Klagen die falschen Schlüsse gezogen, dann bleibt es lediglich bei Verbesserungen der Zentralkommunikation. Auch diese Verbesserungen mögen ihre Berechtigung haben, aber die allgegenwärtige Prozesskommunikation, in der es hakt, bleibt weiterhin sich selbst überlassen.

mehr lesen

„Wolle die Wandlung“_#44

Change bleibt viel zu oft wirkungslos. Das gilt insbesondere für die wirklich großen Vorhaben, die einen nachhaltig wirksamen Wandel der Unternehmenskultur anstreben. In heutigen Zeiten, die von einem weiter zunehmenden Veränderungsdruck geprägt sind, braucht es jedoch eine andere persönliche Haltung. Es gilt, Veränderung nicht nur als vorübergehende Episode hinzunehmen, sondern als permanent wirksames Momentum zu begreifen. Dies zu vermitteln ist nicht leicht. Zugänge über sinnliche Erfahrungen, die in angepasster Weise Genres aus der Kunst aufgreifen, können helfen. Die vermutlich radikalste, weil auf die größten Vorbehalte treffende Form dürfte Lyrik sein – Grund genug, genau damit zu experimentieren.

mehr lesen

„Das sagt mir meine Intuition“: Alle Macht den Bäuchen?_#43

Entscheidungen auf Basis von Intuition und Bauchgefühl haben Konjunktur, wie es scheint. Das erstaunt, wider-spricht es doch dem für Wirtschaftsunternehmen und ihre mannigfaltigen Komplexitäten anerkannten Imperativ der Rationalität. Doch es gibt durchaus triftige Gründe für einen komplexitätsreduzierenden Gebrauch der Intuition – die keineswegs nur aus Gefühl besteht.

mehr lesen

Nicht in die Perfektionsfalle geraten: Beta ist better_#42

Neulich hörte ich den Satz: „Lieber unperfekt loslegen als perfekt warten.“ Das trifft es, wie ich meine. Denn gerade für komplexe Veränderungsprozesse in komplexen Systemen wie einer Unternehmensorganisation gilt, dass eine perfekte Konzeption, die alle Eventualitäten, Risiken und Optionen vollumfänglich berücksichtigt, unmöglich ist. Wer sich einem inadäquat hohen Perfektionsanspruch unterwirft, bevor es überhaupt richtig losgegangen ist, kommt über die Konzeptphase kaum hinaus. Genau das ist es, was sich die Gegner einer Veränderung zunutze machen.

mehr lesen

Weihnachtsfeiern: Man weiß nie, was man kriegt_#41

Es gibt unzählige Geschichten über Weihnachtsfeiern im Unternehmen, die sehr unterschiedlich gestimmt sind. Nicht wenige handeln von Peinlichkeiten und Entgleisungen. Andere berichten über schöne Momente und einen harmonischen Verlauf. Ich möchte Ihnen 2 Geschichten erzählen, die – bei leichter Veränderung und ausgeprägter Anonymisierung – tatsächlich geschehen sind und mich auf ihre Art emotional berührt haben.

mehr lesen

Leitbild, Vision, Policy – die große Kakophonie_#40

Leitbilder, Vision-Mission-Erklärungen, Unternehmenswerte und ähnlich betitelte Grundsatzdeklarationen gelten gemeinhin als „Hochglanzbroschürengeschwafel“. Mangelnde Glaubwürdigkeit, Praxisferne und die beliebige Auswahl von allerorten anzutreffenden Worthülsen tragen zu dem schlechten Image bei. Dabei könnten Grundsatzdeklarationen eine wichtige Aufgabe erfüllen: Sie können Orientierung und Sinn liefern. Dazu müsste jedoch zunächst tüchtig aufgeräumt werden.

mehr lesen

Grenzen_#39

„Grenze“: Diesem Wort ist in den aktuellen politischen Debatten nicht zu entkommen. Das wirft die Frage auf, welche Rolle „Grenzen“ innerhalb der Unternehmen und Organisationen spielen. Versuche der Beantwortung legen ein durchaus widersprüchliches Gebiet frei: Auf den ersten Blick werden „Grenzen“ identifiziert als etwas, das es zu überwinden gilt, gerade mit Blick auf die eigene Marktposition und damit bezogen auf die Außengrenzen einer Organisation. Ein ganz anderes Bild zeigt sich innerhalb der Organisationen, in denen Grenzen eifersüchtig bewacht werden. Und schließlich leistet die „Grenze“ einen wichtigen Beitrag zu Identität und Sinn.
Bei aller Aktualität des Themas bedarf es des Hinweises, dass dieser Blogpost in keiner Weise als Beitrag zu aktuellen Debatten über Staatsgrenzen zu verstehen ist.

mehr lesen

Ausgekuschelt?_#38

Der Anspruch ist hoch, aber er ist allgegenwärtig: Innerhalb der Organisation soll ein Fundament positiver Gefühle unter den handelnden Personen etabliert sein. Nur dann komme man auf der Sachebene voran. Wirklich? Ich be-obachte seit langem eine Über-Emotionalisierung, die sich in vielfältiger Weise darstellt. Statt das Nötige zu erledi-gen, werden persönliche Beziehungen verhandelt. Doch es gibt Hoffnung, denn in jüngster Zeit deutet sich die Wende zu einer neuen Sachlichkeit in den Führungs- und Managementkonzepten an.

mehr lesen

Zielvereinbarungen reloaded: Agilität und Kontext_#37

Ziele, Zielvereinbarungen und Co. gehören längst zum Allgemeingut des Managementwissens. Dennoch zeigen Blicke in die Praxis, dass es weiterhin Optimierungspotentiale gibt. Denn in höchst dynamischen Zeiten mit weiter zunehmender Veränderungsgeschwindigkeit bedarf es erhöhter Agilität. Soll dabei nicht die grundsätzliche Orientierung verloren gehen, ist eine explizite Verknüpfung der Ziele mit übergeordneten Zwecken erforderlich. Diese finden sich in der Unternehmensvision bzw. in den entsprechenden Leitsätzen und Prinzipien.

mehr lesen

„Wer unsere interne Kommunikation macht? Die macht unsere Kommunikationsabteilung.“ Kennen Sie diese Antwort? Ich höre sie ziemlich häufig, insbesondere in großen Unternehmen, die eine „Kommunikationsabteilung“  eingerichtet haben. Mit großem Selbstbewusstsein geben die Profis in den Kommunikationsabteilungen übrigens dieselbe Antwort. Das Besondere an dieser Antwort: Sie ist beinahe komplett unzutreffend. Noch bemerkenswerter sind aber die Konsequenzen, die aufgrund dieser Fehleinschätzung gezogen werden. (mehr …)

weiterlesen ...

Über die Sinne zum Sinn

Eine tiefgreifende Veränderung der Unternehmenskultur: So definiert sich oftmals das Ziel von Change-Projekten. Der Erfolg? Naja. Durch die Bank zeigt sich, dass eine nachhaltig wirksame Veränderung der Unternehmenskultur einer Veränderung der persönlichen Haltung bedarf. Leicht gesagt: Welche erwachsene Person ändert mal eben ihre fundamentalen Ansichten, ihre Prinzipien und Werte? Und doch lässt sich der Wandel nicht von der eigenen Person fernhalten, nach dem Motto: Mag sich ruhig alles ändern, für mich bleibt alles beim Alten. Die Notwendigkeit persönlicher Veränderungsbereitschaft verschärft sich nochmals in Zeiten der digitalen Transformation. Denn selbst tiefgreifende Veränderung ist heutzutage nicht mehr Episode, die sich aussitzen ließe und bald wieder vorbei ist. Change ist Dauerzustand. Das bedeutet den Verlust von Vertrautheit, Sicherheit und Stabilität und das ist für keinen Menschen leicht. Wie lässt sich der dennoch notwendige Wandel in der persönlichen Haltung unterstützen? Die notorischen Kommunikationskampagnen, ob mit oder ohne Social Media, bieten zumeist lediglich mehr vom selben. Müde winkt die Mannschaft ab: „Hatten wir doch alles schon.“ Neues braucht Anderes. (mehr …)

weiterlesen ...

„Wir sollten diese Investition nicht tätigen. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir damit einen Fehler begehen.“ Ende Gelände für jedwede Diskussion. Da war die zur Entscheidung stehende Investition wochenlang durchgerechnet worden, wurden Lieferanten um Berechnungen und Angebote gebeten, hatte man verschiedene Varianten aufbereitet – und dann das: Nach gerade mal 10 Minuten in der GF-Sitzung übernahm der Bauch des Sprechers der Geschäftsführung das Kommando. Die Antragsteller sahen sich unversehens aus der GF-Sitzung herauskomplimentiert und ärgerten sich maßlos. Doch in einem ehrlichen Moment musste man einräumen, dass es eine eindeutige Entscheidungssicherheit trotz aller Berechnungen tatsächlich nicht gab. Lag also der anerkannt erfahrene Geschäftsführer richtig, als er der Stimme seiner Intuition folgte? (mehr …)

weiterlesen ...

Mal sind es andere, mal sind wir es selber: Wer sich selbst oder seine Geführten einem absolut gesetzten Perfektionsanspruch aussetzt, kommt selten über die Planung hinaus. Denn wann ist irgendetwas schon perfekt durchdacht, nach vollständig unanfechtbaren Methoden analysiert, auf alle Risiken bewertet und mit Erfolgsgarantie durchkonzipiert? Ich behaupte, dass es sehr viel besser ist, mit einer 80%-Lösung tatsächlich zu starten, statt die 100%-Marke bei der Konzeption anzustreben – und auf diese Weise gar nicht erst mit der Umsetzung starten zu können. Genau damit arbeitet ein Manöver, das ich die „Perfektionsfalle“ nenne. (mehr …)

weiterlesen ...

Nicht mehr lange und es weihnachtet sehr. Doch die Vorboten sind seit Wochen unterwegs und tragen einen Namen: Weihnachtsfeier. Überwiegend werden die Augen verdreht, wenn das Wort fällt, fast so, als sei eine entspannte Feier voller Harmonie die große Ausnahme. Häufiger werden Weihnachtsfeiern beschrieben als langweilige Pflichtveranstaltung in gezwungener Atmosphäre, zuweilen geprägt durch alkoholbedingte Abstürze, Entgleisungen oder Peinlichkeiten. Hier 2 Geschichten, die schon etwas zurückliegen und mich emotional berührt haben. Und am Ende zu dem Schluss kommen lassen, dass Weihnachtsfeiern ihren Wundertütencharakter wohl nie verlieren werden.  (mehr …)

weiterlesen ...

Das habe ich nicht nur einmal erlebt: Im selben Unternehmen finden sich in einer Art Parallelexistenz mehrere Statements, von denen jedes für sich eine Deklaration grundsätzlicher Positionen darstellt. Ein anonymisiertes Praxisbeispiel:

  • Aussage im Vision-Mission-Statement: „Die Zufriedenheit unserer Kunden ist unser höchstes Ziel.“
  • Aussage in den Führungsgrundsätzen: „Unsere Mitarbeiter sind unser höchstes Gut. Ihre Zufriedenheit ist unser höchstes Ziel.“
  • Aussage im Nachhaltigkeitsleitbild: „Der Schutz der natürlichen Ressourcen ist unser höchstes Ziel.“

Lauter höchste Ziele – in ein und demselben Unternehmen. Dabei ist es ein bisschen wie beim guten alten Highlander: Es kann nur einen geben. Wer Highlander nicht kennt, bleibe im metaphorischen Hochland, aber wechsle zur Bergwelt: Auf unserer Erde gibt es nur einen höchsten Berg. Wenn also in ein und demselben Unternehmen mehrere höchste Ziele nebeneinander stehen, dann stellt sich sofort als abgewandelte Mount-Everest-Frage: Welches Ziel ist denn nun das höchste? (mehr …)

weiterlesen ...

 

„Grenzen“: In vielen Organisationen ist der Ausdruck eher negativ belegt. „Wir müssen unsere selbst gesetzten Grenzen überwinden!“, ruft es aus dem Vorstand, gepolt auf Gewinnsteigerung und Wachstum. Vermutlich müsste man ziemlich lange warten, bevor eine „Grenze“ als positive Gegebenheit betont wird, z.B. so: „Gut, dass wir an diese Grenze gestoßen sind. Das hilft uns sehr.“ Grenze ist unsexy! Umso interessanter ist jedoch, dass gerade in organisationsinternen Kontexten sehr wohl auf Existenz und Einhaltung von Grenzen bestanden wird. Und zwar insbesondere dann, wenn es um die Absicherung der eigenen Zuständigkeiten geht. Deshalb 3 Thesen zur Funktion der „Grenze“. (mehr …)

weiterlesen ...

Ein Paradigmenwechsel deutet sich an

Die Anzeichen für einen Wechsel verdichten sich und ich vergebe hiermit ein „Like“: Neue Führungskonzepte und Managementansätze plädieren immer häufiger für eine Versachlichung in der organisationsinternen Kommunikation. Namhafte Management-Vordenker stimmen ein: Zugunsten einer neuen Sachlichkeit sollen Gefühle und Befindlichkeiten, Persönliches und das in jeder Organisation höchst komplexe Geflecht der zwischenmenschlichen Beziehungen in den Hintergrund treten. Das wäre ein ziemlich radikaler Schwenk. (mehr …)

weiterlesen ...

 

Angekommen ist die Erkenntnis überall: Menschen wie auch Organisationen brauchen Ziele. Ziele stiften Sinn, geben dem eigenen Tun Orientierung und (sollen) motivieren, durchaus mit finanziellen Konsequenzen („Zielerreichungsprämie“). Explizit oder implizit steht dahinter der vor vielen Jahren entwickelte Ansatz „Management by Objectives“, der sich so bündeln lässt: Vereinbare mit den Menschen relevante Ziele, deren Erreichen diese Menschen mit den ihnen bereitgestellten Ressourcen bewerkstelligen müssen. In aller Regel liegt ein Planungszeitraum von 12 Monaten zugrunde. Zum Jahresende wird bewertet, ob und in welchem Ausmaß die Ziele erreicht wurden. Doch manchmal ist das alles Makulatur, wie die Praxis zeigt. (mehr …)

weiterlesen ...

Es war der 5. Juli 1990, mein vierter Arbeitstag als angestellter Unternehmensberater, als ich mittags zum Chef gerufen wurde. Ein bereits betreuter Beratungskunde hatte sich mit einer unerwarteten Anfrage an meinen neuen Arbeitgeber gewendet: Ob man denn auch zum Thema „Qualitätssicherung und Qualitätssicherungssystem nach ISO 9001“ beitragen könne? Ruckzuck war ein neues Projektteam gegründet, das im Wesentlichen aus meinem Chef und mir bestand. Ich wusste weder, um was es ging (meinem Chef ging es kaum anders), noch konnte ich ahnen, dass damit ein Thema in mein Leben trat, das mich nicht mehr losgelassen hat. Und ob Sie es glauben oder nicht: Qualität, Qualitätsmanagement und Qualitätsmanagementsysteme (seit rund 20 Jahren ist der Term „Qualitätssicherung“ durch „Qualitätsmanagement“ ersetzt) haben mich von Anfang an begeistert! (mehr …)

weiterlesen ...

m