Durch die Sinne zum Sinn_#58

von | 14/05/2017 | 0 Kommentare

Ein Werbeblock (bzw. -blog) anlässlich der Veröffentlichung eines neuen Methoden-Buches

Am Anfang steht die Sinn-Frage: „Wohin wollen wir?“ „Was tragen wir zum Wohlbefinden unserer Kunden bei?“ „Welche Grundüberzeugungen und welche Werte teilen wir?“ „Worin liegen unsere Stärken als Team?“ „Wie können wir gute Nachwuchskräfte davon überzeugen, bei uns zu arbeiten?“ Fragen wie diese stellen sich alle Organisationen. Obwohl sehr unterschiedlich motiviert und sicherlich spezifisch ausgerichtet wird nicht nur einmal im Leben einer Organisation nach dem Sinn gefragt.

Es hat sich herumgesprochen, dass Sinn-Fragen nicht nebenbei zu beantworten sind. Jenseits des Tagesgeschäfts braucht es spezifische Settings, eigene Räume und ausreichend Zeit, um Sinn (sic!)-volle Antworten zu finden. Häufig werden Workshops, Tagungen, Konferenzen, Meetings, aber auch Schulungen oder Coachings, allesamt als „Offsite“ jenseits der alltäglichen Routinen angesetzt, für die Suche nach dem Sinn genutzt. Offsites aber kosten Geld. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, die sich an die „Sinn-Suche“ richten. Die Erfahrungen zeigen, dass diese Erwartungen nicht immer erfüllt werden.

Die Ursachen hierfür dürften bereits bei den unterschiedlichen Auffassungen und Interpretationen beginnen, die mit der Vokabel „Sinn“ verknüpft sind. Denn „Sinn“ ist ein sehr vielschichtiges Wort. Das zeigt schon unsere Alltagssprache. Gerade die Komposita mit „Sinn“ deuten die Vielfalt an, die wir mit „Sinn“ verbinden:

  • „Sinn“ verwenden wir im Zusammenhang mit dem Verstand, mit Überlegungen, mit geistiger Tätigkeit. Das zeigen Ausdrücke wie „Scharfsinn“, „Tiefsinn“.
  • Aber auch wenn wir Ergebnisse geistiger Tätigkeit abwerten, nutzen wir Komposita mit „Sinn“. Beispiele sind der „Unsinn“, der „Blödsinn“ oder der „Nonsens“, wörtlich als „Nicht-Sinn“ zu verstehen. Der „sensus“, also das lateinische Wort für „Sinn“, ist im Übrigen die etymologische Wurzel für „Sinn“.
  • Häufig verwenden wir „Sinn“ im Zusammenhang mit Stimmungen, Gefühlen, mit unserer emotionalen Grundeinstellung. Ausdrücke wie „Frohsinn“, aber auch „Leichtsinn“, „Starrsinn“ oder „Eigensinn“ erinnern uns daran.
  • Ebenso arbeiten wir mit dem Ausdruck „Sinn“, wenn es um die Bedeutung bzw. das Gemeinte von Texten oder Diskussionsbeiträgen geht, etwa um den Sinn einer Aussage.
  • Und dann gibt es noch den „Sinn“ im eingangs skizzierten – Sinn: als Paraphrase für Orientierung, Richtung und Ziel.

All das aber setzt voraus, dass wir überhaupt mit unserer physischen Umwelt verbunden sind. Zuständig dafür sind unsere Sinne, also unsere Augen, Ohren, unsere Geschmacksknospen, unsere Riechzellen und unsere Haut.

Buchneuerscheinung „Von Sinnen“

Womit wir bei der Grundidee eines Buches angelangt sind, das ich gemeinsam mit meinen Freunden Hans Beins und Rudolf Lensing-Conrady geschrieben habe und das unlängst im Verlag Modernes Leben erschienen ist.

Obwohl wir in sehr unterschiedlichen Kontexten beruflich engagiert sind, haben wir immer wieder festgestellt, dass sich die intellektuelle Suche nach Sinn durch vielfältige und originelle sinnliche Wahrnehmungen deutlich befördern lässt. Diese bereichern auf unmittelbare und eben nicht ausschließlich kognitiv gesicherte Art die eigene Position: Bewegen, Fühlen oder ungewöhnliche Aufgaben zu lösen wird zu einer Metapher. Diese Metapher verschiebt Sinn, generiert ihn neu und erschließt neue Ressourcen. Keineswegs sind wir die ersten, die Metaphern anbieten; für viele ist es jedoch noch weitgehend Neuland, dass auch die eigenen Sinneswahrnehmungen, dass der sinnliche Kontakt zu alltäglichen Gegenständen und Materialien als Metaphern nutzbar sind. Durch diese sehr direkte, durchaus spielerisch anmutende Art der Auseinandersetzung mit den gestellten Fragen verändern sich althergebrachte Sichtweisen – und mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit öffnen sich neue Perspektiven. Durch die Sinne zu Sinn: Auf diese Formel lässt sich das Anliegen komprimieren, um das es uns in diesem Buch geht.

Ich würde mich freuen, wenn ich Ihr Interesse geweckt habe. Zum online-Shop des Verlags geht es hier lang. Bei Amazon finden Sie das Buch hier. Daneben ist das Buch natürlich auch über den Buchhandel zu erwerben.

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Dr. Guido Wolf,
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